Schweiz -Wildstrubel Hochtour

Die Hochtour auf den Wildstrubel ist aufgrund der geringen technischen Schwierigkeit eine gute Tour um erste Gletschererfahrung zu sammeln. Normalerweise startet man von Leukerbad und übernachtet auf der Lämmerenhütte. Ich und mein Kumpel Moritz sind aufgrund der kürzeren Fahrtstrecke von Kandersteg aus gestartet und haben im Zelt übernachtet. Die Tour ist in 2 Tage machbar, zieht sich mit vollem Gepäck jedoch. Dafür erhält man auf dem Wildstrubel einen fantastischen Blick nach Nordosten auf die Berner Alpen, im Süden auf Matterhorn und Dufourspitze und im Südwesten auf das Mount Blanc Massiv.


LÄNGE: 43 KM


Die Wanderung startet von Kostenpflichtiger Parkplatz (5 Euro pro Tag, Stand 09.2019) in Kandersteg. Die erste Etappe bis zum Fuße des Wildstrubelgletschers ist 20 Kilometer lang und dauert etwa 7 Stunden. Dabei müssen 1400 Höhenmeter bergauf überwunden werden. Vom Parkplatz aus führen die ersten 45 Minuten entlang am Fluss Kander bis auf ein kleineres Plateau. Von diesem Plateau geht es dann steil 500 Höhenmeter bergauf bis endlich die Hochebene erreicht ist zu der die Seilbahn Sunnbüel führt. Nach 8 Kilometern und einem kurzen weiteren Anstieg kommt man am Berghotel Schwarenbach vorbei. Von hier sind es dann noch 30 Minuten bis man den Daubensee erreicht.

Vom Daubensee sieht man in der Ferne bereits das Berghotel Wildstrubel am Gemmipass welches von Leukerbad bequem mit der Gondel erreichbar ist. Für uns hieß es erstmal weitere 2,5 Kilometer weiter entlang am See laufen bis wir die andere Seite erreicht hatten. Dort angekommen eröffnete sich zum ersten Mal der Blick auf den Wildstrubel mit flacher schneebedeckter Kuppel. Zunächst führt der Weg durch ein riesiges Flussbett bis ein letzter steiler Aufstieg zum Lämmerenhütte folgt.

Die Lämmerenhütte scheint nicht nur bei Menschen sondern auch bei Wildtieren sehr beliebt zu sein. Während auf dem Hinweg zwei Herden von Steinböcken nahe an der Hütte entspannt in der Sonne standen huschte auf dem Rückweg ein Murmeltier an uns vorbei.

Etwa 45 Minuten weiter von den Lämmerenhütte entfernt kommt man in das ehemalige Gletschertal, welches einem Mondgebiet aus Geröll und schwarzem Sand gleicht. Hier haben wir nahe am Gletscher eine schöne Stelle gefunden um unser Zelt aufzustellen um am nächsten Morgen in aller Frühe aufbrechen zu können.

An Tag 2 ging es an die eigentliche Gipfelbesteigung. Mit Rückweg zum Auto ist man auf dem etwa 25 Kilometer langen Weg gute 10 Stunden unterwegs und muss 820 Höhenmeter bergauf und 2200 Höhenmeter bergab überwinden. Nach einer kalten ungemütlichen Nacht im Zelt am Fuße des Wildstrubelgletschers auf 2600 Metern klingelte der Wecker um 4 Uhr morgens. Eigentlich keine Uhrzeit zu der ich gerne aufstehen würde, jedoch war ich ganz froh nachdem über Nacht alles durchgefroren ist mich bewegen zu dürfen. Um Bilder von dem sternenklaren Himmel zu machen war es leider viel zu kalt. Also einen kurzen Snack gegessen, Ausrüstung gepackt, Helm mit Stirntaschenlampe aufgesetzt und los gings. Um etwa 5 Uhr waren wir am Fuße des Gletschers angekommen und haben unseren Klettergurt und Steigeisen angezogen. Zu Beginn waren wenige sehr deutlich sichtbare Spalten im Eis die mit der Zeit weniger wurden. Nach einem steileren Stück im Mittelteil des Gletschers ging es hoch auf das großflächige Plateau des Wildstrubels. Während es im Hintergrund langsam zu Dämmern begann erreichten wir gegen 6.30 Uhr den ersten Gipfel. Als die Sonnen dann ganz aufgegangen war sind wir wieder abwärts den Gletscher hinunter und haben im Tal unser Zelt abgebaut. Von dort ging es dann den ganzen Weg wieder zurück. Um 16 Uhr waren wir wieder am Auto.

 

Kleine Sicherungsübung mit der Eisschraube

 

 

Unser Zeltplatz

 

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