Schottland – Roadtrip Teil 2: Speyside + Loch Ness

Im zweiten Teil geht es in die für Whisky Liebhaber schönste Gegend der Welt. In die Speyside. Entlang des Fluss Spey befindet sich hier eine Whisky Brennerei neben der anderen. Ich habe mich aufgemacht um ein paar anzuschauen und vielleicht den ein oder anderen Whisky zu probieren. Da ich alleine mit dem Auto unterwegs war fiel aber ein Tasting leider im vorhinein weg. Außerdem fing einen Tag später das Speyside Whisky Festival an, weshalb die meisten Touren leider ausgebucht waren. Generell sind die Führungen und Tastings ein guter und auch günstiger Weg die Welt des Whisky kennenzulernen. Die Tour die ich gemacht habe umfasste eine 1 1/2 stündige Führung durch die Produktion und Lager, die Verköstigung von 3 Whiskys (no age, 15 y und 18 y) und als Mitbringsel ein Tumbler Glas für insgesamt nur 10 Pfund. Allein die drei Whiskys würden als Miniatur schon um die 20 Pfund kosten. Hier wird drauf gesetzt, dass die Gäste nach der Führung eine große Flasche ihres Lieblingswhiskys mitnehmen. Außerdem praktisch, für Autofahrer bieten fast alle Destillen für einen kleinen Aufpreis Fläschchen an mit denen die Whiskys des Tastings mitgenommen werden können. Der Kauf von Whiskys an der Destille lohnt sich dagegen leider nicht, da die Alkoholpreise im Vereinigten Königreich deutlich höher sind als in Deutschland. Der selbe Whisky kostet in Deutschland im Laden oft bis zu 30 % weniger als direkt am Produktionsort. Nur bieten die meisten Destillen eine Whisky an der nur direkt an der Destille gekauft werden kann, besonders reizvoll natürlich auch für Sammler. Diese sind dann aber im Preisniveau von 100 € pro Flasche.

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Karte aller Whisky Brennereien in der Speyside

Morgens ging es für mich in Glenmore los Richtung Nordosten auf der A95.

Route Speyside

Als ersten kommt man hier an den Brennereien Tormore, Cragganmore und Ballindalloch vorbei. Tormore und Ballindalloch haben leider kein Visitor Center deshalb habe ich nur im vorrüber fahren ein kurzes Foto geschossen. Zur Cragganmore Destille fährt man etwa 5 Minuten von der A 95 ab. Dafür bietet diese ein Besucherzentrum mit Führungen. Da ich meine  Führung aber eigentlich an einer anderen Destille machen wollte bin ich erstmal weiter.

Tormore Destille
Ballindalloch Destille
Cragganmore Destille
Cragganmore Destille

Etwa 1 km von Ballindalloch in Marypark bin ich dann auch die andere Seite der Spey gewechselt um die Cardhu und MacAllan Destillen mitzunehmen. Beide bieten Führungen an und haben ein Besucherzentrum. Jedoch waren auch hier leider alle Touren ausgebucht. Aber alleine das Gelände der Brennereien zu betreten gibt schon mal einen guten Eindruck. Man trifft auf dampfende Schornsteine und einen malzigen Geruch ähnlich dem in einer Brauerei.

Cardhu Destille
Cardhu Destille
Cardhu Destille
The MacAllan Estate Destille
The MacAllan Estate Destille

Von dort ging es dann einen kurzen Stich nach Süden nach Charlestown of Aberlour zur Aberlour Destille, wo ich gerne eine Führung gemacht hätte. Die Aberlour Destille ist eine der kleinsten Schottlands und hatte leider auch keine Führungen mehr.

Aberlour Destille
Aberlour Destille
Aberlour Destille

Nachdem ich befürchtete gar keine Führung mehr zu bekommen bin ich weiter vorbei an der Speyside Cooperage vorbei, wo früher ein Großteil der Fässer zur Lagerung des Whiskys hergestellt wurden, zur Glenfiddich Destille. In der Speyside Cooperage stapeln sich die Fässer gut von der Straße aus sichtbar meterhoch. Auf jeden Fall ein tolles Fotomotiv das die Region gut beschreibt!. Die Glenfiddich Destille ist eine der größten und wahrscheinlich auch bekanntesten Destillen Schottlands. Aber auch das Gelände ist sehr schön gestaltet und auf jeden Fall sehenswert. Aber auch hier war die Hölle los und alles Ausgebucht.

Speyside Cooperage
Speyside Cooperage
Glenfiddich Destille
Glenfiddich Destille

Mein letzter Joker sollte dann jedoch stechen. etwa 15 Meilen südlichwestlich der Glenfiddich Destille befindet sich die Glenlivet Destille, welche als erste Destille Schottlands eine offizielle Zulassung erhalten hat und legal gebrannt hat. Hier war glücklicherweise nicht so viel los und nach 20 Minuten konnte die Führung losgehen.Im Gebäude durfte man jedoch leider nicht fotografieren,deshalb beschreibe ich kurz was man dort so erzählt und zu sehen bekommt.

Alles fängt mit Getreide an, dieses wird zuerst gequellt, anschließend getrocknet und zerkleinert. Der Getreideschrot wird anschließend mit Wasser in einen großen Maischebottich gegeben und ein Temperaturprogramm durchgefahren, damit Enzyme die bei verschiedenen Temperaturen arbeiten den ganzen Zucker aus dem Getreide lösen können. Das sehr zuckerhaltige Wasser wird dann in Gärtanks gegeben und der Zucker mit Hilfe von Hefe in Alkohol umgewandelt. Bis hierhin verläuft die Herstellung quasi analog zum Bierbrauen. Jetzt wo die alkoholhaltige Flüssigkeit normalerweise zur Reifung in Flaschen gefüllt werden würde, wird die Flüssigkeit stattdessen zwei Mal destilliert um den Alkoholgehalt zu erhöhen und den guten Alkohol von schädlichen und geschmacklich schlechten Alkoholen zu trennen.Nach des Destillation wird der Whisky dann im Fass gereift. Hier entscheidet vor allem die Art des Fasses und die Lagerzeit über den Geschmack.

Glenfiddich Destille

Die Speyside war wirklich wunderschön, obwohl es auch hier die meiste Zeit geregnet hatte. Hier muss ich auf jeden Fall beim nächsten Mal wieder hin….am besten mit einem Fahrer 🙂
Von dort ging es dann weiter über Inverness an den Loch Ness. Dieser ist etwa 20 km lang. Gefahren bin ich bis Urquhart Castle welches etwa auf halber Höhe des Sees direkt am Ufer gelegen ist. Leider war ich zu spät dort und das Schloss war leider schon geschlossen….naja oder die Ruine des Schlosses. Sehr viel ist davon nämlich nicht übrig. Nach Nessi habe ich natürlich aus Ausschau gehalten, aber heute war sie wohl etwas scheu, oder wollte vor lauter Regen gar nicht auftauchen.

Loch Ness

Da es jetzt schon relativ spät war entschloss ich mich noch einige Kilometer in Richtung Isle of Skye zu fahren und auf einem Parkplatz zu übernachten. Nach einem ereignisreichen Tag voller neuer Erfahrungen kann man sich dann auch einen Whisky gönnen. Weiter auf die Isle of Skye geht’s in Teil 3!

 

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